Beratung digitale Bildung (mBdB/iBdB)
Kaninchenbau

Im Schulalltag Verschwörungstheorien präventiv pädagogisch begegnen

In Krisenzeiten, in Zeiten komplexer gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse tendieren Menschen, ja vielleicht sogar Teile unserer Gesellschaften dazu, sich von den Grundsätzen wissenschaftsgeleiteter, pluralistischer, demokratisch-respektvoller Diskurse abzuwenden und ihre Weltdeutung aus Verschwörungstheorien oder -fantasien zu beziehen.

Die Pandemie, die außenpolitischen Spannungen unserer Tage, die Klimakrise – all diese Frage drohen bisweilen, unseren Wahrnehmungs- und Bewältigungshorizont zu übersteigen und wir suchen nach Erklärungen für die Ereignisse um uns herum. Verschwörungsmythen bieten hierbei einige psychologische scheinbare Entlastungen an. Sie reduzieren (oder steigern bei Bedarf) die Komplexität der Realität, sie bieten Erklärungsansätze, präsentieren vor allen Dingen potenzielle Schuldige und Drahtzieher an den Missständen und Einbußen um uns herum. Außerdem vermitteln sie ihren Gläubigen das Gefühl, durch (geheimes) und teils aufwändig erarbeitetem Hintergrundwissen anderen Gesellschaftsmitgliedern intellektuell überlegen zu sein.

Diese Tendenz zum Glauben an Verschwörungstheorien ist kein neues Phänomen, sie ist auch nicht zwingend kausal den Online-Medien anzulasten, wenngleich diese die Distribution und Anreicherung entsprechender Botschaften durch die Multiplikationsfunktion des Online-Schwarms auf jeen Fall erleichdtern. Diese Tendenz macht jedoch – wenn sie in einer signifikanter werdenden Häufigkeit auftritt – die kollektive Suche und Vermittlung von intersubjektiver Realität in offenen Gesellschaften schwieriger, von allgemein anerkannten Wahrheiten ganz zu schweigen.

In unserem Fortbildungsmodul gehen wir der Frage nach, welche gängigen Verschwörungstheorien sich derzeit im Online-Diskursraum verbreiten, warum sie geglaubt werden und in welchem Ausmaß entsprechende Erzählungen unseren Schülerinnen und Schüler begegnen und ihr (Rezeptions)-Verhalten prägen. Wir diskutieren Möglichkeiten, die Problematik im Unterricht aufzugreifen und stellen einschlägige Materialien vor, mit denen wir den Transportmitteln für Verschwörungsgläubigkeit, nämlich Fake-News, Desinformation und Online-Manipulation präventiv pädagogisch im Schulalltag begegnen können.

Weiterführende Materialien und Literatur in Auswahl

Ihre Referent:innen:

Roland Baumann (iBdB)